Und wieder ein Abschied

Mit dem Fest „Taufe des Herrn“ endet der weihnachtliche Festkreis. Dieses Jahr fällt mir der Abschied von Weihnachten schwer. Warum?

Weil 2018 pünktlich zum 6. Januar, dem Fest der Sternsinger, meine Stimme ausfiel. Sowohl auf die Chor-Messe samt Neujahrsempfang der Kirchengemeinde St. Christophorus, als auch auf die Sonntagsmesse am Folgetag, musste ich so schweren Herzens verzichten. Ein mieser Start ins neue Kalenderjahr.

Andererseits – was schlecht anfängt, hat gute Chancen, besser zu werden. Natürlich ist auch ein Absturz vorstellbar, es fehlt nicht an historischen Beispielen.
Zurückblickend auf meine bisher gestaltete Lebenszeit, sehe ich aber vor allem eines: Wohlmeinende Führung. Ein Blogpost reicht nicht, um alle Stationen aufzulisten, die sich oft mit Verspätung als segensreich herausgestellt haben.

Zugegeben, es fällt mir schwer zu denken, dass die einsame und stimmlose Feier des Weihnachts-Schlusses etwas Gutes haben soll. Aber hätte ich heute nicht mit verklebten Stimmbändern und leicht schmerzendem Hals-Seitenstrang zu Hause bleiben müssen, wäre mein Blick wahrscheinlich nicht auf das Lied Nr. 245 des schwedischen katholischen Gesangbuches „Cecilia“ gefallen: Giv mig ej glans.
Das Lied steht in E-Dur. Wer Klavier (oder Orgel) spielt, weiß, was das bedeutet. Es ist ein Kreuz mit solchen Stücken. Nein, es sind vier Kreuze. 😉

Ich habe ein paar Anläufe gebraucht, bis ich guten Gewissens das Mikro einschalten und das Stück aufnehmen konnte.
Die Melodie hat der berühmte finnische Komponist J. Sibelius (1865 – 1957) im Jahr 1909 komponiert. Der Text aus der Feder von Zacharias Topelius (1815 – 1898) ist älter und nimmt in seinen drei Strophen immer wieder Bezug auf die Weihnachtszeit. Ich finde aber, dass Sibelius‘ Musik die Kernaussagen des Lieds aus dem engen Festzusammenhang befreit:

Gib mir nicht Glanz, nicht Gold, nicht Pracht,
in segensreicher Zeit.
Beschenke mich mit Gottes Ehr, mit Engels Wacht,
und gib der Erde Frieden.

Hört selbst. Und segnet die, die mit Euch sind.

3 Antworten auf „Und wieder ein Abschied“

  1. Hallo Thorsten,

    ich war mit den Sternsingern unserer Schule unterwegs und wir haben lauthals Frieden und Freude verteilt!
    Und ich bin einem großen Irrtum auf die Spur gekommen:
    Die drei Könige hatten Weihrauch, Gold und Möhren dabei 😉

    kommt lasset uns anbeten, den König – den Herrn!

    1. Auf die Karotten im Geschenkpaket der 3 Weisen haben auch ein paar Berliner Gören unseren Pfarrer Kalle vergangene Woche hingewiesen. Hat er heute am Ende der Messe erzählt. 😀

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