Den Kindern hämmert die Fernsehwerbung ein, dass nur ein weit gereister weißbärtiger Schiffskapitän leckeren Fisch auf den Tisch bringen darf. Für die Erwachsenen hat der Alte tiefgefrorene Filets mit knuspriger Auflage im Schlepptau. Hier ist mein persönliches Rezept für Meuterer und Piraten.
In der sowjetischen Küche, die ich in ihren letzten Zügen noch ansatzweise miterleben durfte, gab es eine Tortenmischung namens Kosmos. Die Hauswirtin meiner Gastfamilie nannte dieses Meisterwerk der Chemie торт из космоса (tort is kosmosa – Torte aus [dem] Kosmos). Der pulverförmige Packungsinhalt war ein formidabler Rohstoff, ein wahres Geschenk des Himmels, aus dem man auch andere Sachen machen konnte. Ursprünglich, also primal, war das Himmelsgeschenk gleichwohl nicht.
Fischstäbchen sind das auch nicht, ebenso wenig sind es die beliebten Filets mit Bordelaise-Auflage.
Das von mir vorgestellte Gericht schmeckt am besten, wenn man es mit frischem Fisch und selbst geschnipseltem Saison-Gemüse zubereitet. Gefrorene Fischfilets tun es zur Not aber auch. Verwende nur bitte keine Fischprodukte, die vorgewürzt, vorgegart oder womöglich paniert sind.
Vor dem frischen Knoblauch braucht man übrigens keine Angst zu haben. Zwar wird hier die ganze Knolle samt Strunk verarbeitet. Aber die Knoblauchzehen schmecken und riechen noch nicht so intensiv wie die geschälten. Wenn es gerade keinen ganzen Knoblauch gibt, ist normaler Lauch eine brauchbare Alternative.
200 – 250g Schollenfilet
100 – 200g Wildlachs-Filet
30 – 50 g Karree-Schinken
1 frischer Knoblauch (Knolle mit Lauchgrün dran)
5 – 10 g frischer Ingwer
75 – 100 ml Sahne
20 g geröstete Mandeln oder Cashew-Nüsse
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer, nach Geschmack auch etwas Chili
50g Griechischer Sahne- oder Schafmilch-Joghurt
Getrocknete Nana-Minze
Guten Appetit!