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Zu Ihrer Orientierung: Übersicht > Blog > Beitrag vom 4. Februar 2012 21:58 Uhr

Tag 12: Borschtsch primal

Bevor man Borschtsch kocht, ist ein Wässerchen fälligMein guter Freund und Kollege Heinz kocht. Nicht vor Wut, sondern Aufläufe für seine Gäste. In meiner Rezeptkladde aus Studienzeiten findet sich in der entsprechenden Kategorie ein Klassiker der russischen Küche. Der ist nur einen Hauch entfernt vom Ideal des primal lifestyle und auch für Vegetarier bestens geeignet.

Im Odessa der frühen 90er, drei Wochen nach dem Ende der Sowjetunion, brachte mir meine liebe Freundin Lena das Borschtsch-Kochen bei. Nach zwanzig Jahren wird es Zeit für eine primale Version des bewährten Rezepts. Viel ändern muss ich dafür nicht. Eine Zutat entfällt, für eine andere gibt es fabelhaften und kohlenhydratarmen Ersatz. Ich bin mir fast sicher, dass man in der Schwarzmeerhafenstadt Odessa mit etwas Hartnäckigkeit auf dem Privoz  (Привоз) Topinambur findet. Anders als Kartoffeln, die eigentlich im folgenden Rezept vorgesehen sind, hat diese Knolle nur wenig Stärke, dafür aber einen prima zu den anderen Zutaten passenden Eigengeschmack.

Film: Borschtsch primal (steht unter Creative Commons-Lizenz, also viel Spaß beim Teilen :) )

Zutaten

4 – 6 Rote Bete (ich empfehle frische, die man  in Echtzeit selbst schält und zerkleinert)

3 – 4 Karotten

2 Rote Gemüsepaprikaschoten

3 – 4 Rote Zwiebeln

3 – 4 Topinambur (in Lenas Originalrezept: Kartoffeln)

1/2 kleiner Weißkohlkopf

Tomatenmark

Petersilie (frisch)

Dill (frisch!)

Koriander-Körner, frisch gemörsert

Olivenöl

3 – 5 Liter Wasser

Salz

Zubereitung

(Wichtig: Man braucht zwei Herdplatten!)

  1. Das Wasser erwärmen, aber noch nicht kochen lassen.
  2. Unterdessen die Rote Bete schälen und fein raspeln, sie anschließend mit etwas Olivenöl leicht anbraten.
  3. Wenn das Wasser fast kocht, die gebratene Rote Bete hinein geben. Jetzt am besten den Deckel aufsetzen, damit die Borschtsch-Basis schneller siedet.
  4. Während dessen die Möhren ebenfalls fein raspeln und mit etwas Olivenöl in derselben Pfanne anbraten, wie zuvor die Rote Bete.
  5. Die Paprika in nicht zu große Stücke schneiden und direkt in die kochende Basis geben.
  6. Die angebratenen Möhren folgen direkt auf den Fuß. Umrühren kommt jetzt gut. :) Und dann bitte gleich wieder den Deckel drauf setzen.
  7. Die Pfanne hat noch nicht ausgedient! Wieder mit etwas Olivenöl die Zwiebeln anbraten (nicht rösten, sie sollen noch etwas Farbe an den Borschsch abegeben), dann mit Tomatenmark, frisch gemörsertem Koriander und etwas Salz bei niedriger Hitze köcheln lassen.
  8. Den Topinambur (russisch heißt er земляная груша – zemljánaja grúscha) sauber schälen und in Würfel schneiden. (Na, sieht der nicht fast aus wie Kartoffel? Er ist aber nicht damit verwandt.) Diese Pseudo-Kartoffeln dann in den „werdenden“ Borschtsch geben.
  9. Nach etwa 15 – 20 Minuten die  in Streifen geschnittenen Weißkohlblätter in den Topf geben.
  10. Nach drei weiteren Minuten folgt das tomatig-koriandrige Zwiebelgemüse. Gut umrühren und noche etwas köcheln lassen.
  11. Der Borschtsch duftet jetzt mit jeder Minute besser, trotz geschlossenen Deckels. Nach etwa einer Viertelstunde ist es Zeit, Petersilie und Dill fein zu hacken und sofort in den Borschtsch zu streuen. Guten Appetit, es darf angerichtet werden!

P.S. …Nach meiner Erfahrung gewinnt der Borschtsch für mindestens drei Tage mit jedem Aufkochen.

P.P.S. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass vor und nach dem Borschtsch ein klares Getränk genossen werden sollte. Siehe Foto oben. :)

P.P.P.S . Zum russischen Wässerchen gehört allerdings traditionellerweise ein Bissen Brot. Das Rezept für den passenden Ersatz gibt es demnächst im Lautwert-Blog. Ich muss noch ein wenig experimentieren.

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