Mein guter Freund und Kollege Heinz kocht. Nicht vor Wut, sondern Aufläufe für seine Gäste. In meiner Rezeptkladde aus Studienzeiten findet sich in der entsprechenden Kategorie ein Klassiker der russischen Küche. Der ist nur einen Hauch entfernt vom Ideal des primal lifestyle und auch für Vegetarier bestens geeignet.
Im Odessa der frühen 90er, drei Wochen nach dem Ende der Sowjetunion, brachte mir meine liebe Freundin Lena das Borschtsch-Kochen bei. Nach zwanzig Jahren wird es Zeit für eine primale Version des bewährten Rezepts. Viel ändern muss ich dafür nicht. Eine Zutat entfällt, für eine andere gibt es fabelhaften und kohlenhydratarmen Ersatz. Ich bin mir fast sicher, dass man in der Schwarzmeerhafenstadt Odessa mit etwas Hartnäckigkeit auf dem Privoz (Привоз) Topinambur findet. Anders als Kartoffeln, die eigentlich im folgenden Rezept vorgesehen sind, hat diese Knolle nur wenig Stärke, dafür aber einen prima zu den anderen Zutaten passenden Eigengeschmack.
Film: Borschtsch primal (steht unter Creative Commons-Lizenz, also viel Spaß beim Teilen
)
4 – 6 Rote Bete (ich empfehle frische, die man in Echtzeit selbst schält und zerkleinert)
3 – 4 Karotten
2 Rote Gemüsepaprikaschoten
3 – 4 Rote Zwiebeln
3 – 4 Topinambur (in Lenas Originalrezept: Kartoffeln)
1/2 kleiner Weißkohlkopf
Tomatenmark
Petersilie (frisch)
Dill (frisch!)
Koriander-Körner, frisch gemörsert
Olivenöl
3 – 5 Liter Wasser
Salz
(Wichtig: Man braucht zwei Herdplatten!)
P.S. …Nach meiner Erfahrung gewinnt der Borschtsch für mindestens drei Tage mit jedem Aufkochen.
P.P.S. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass vor und nach dem Borschtsch ein klares Getränk genossen werden sollte. Siehe Foto oben.
P.P.P.S . Zum russischen Wässerchen gehört allerdings traditionellerweise ein Bissen Brot. Das Rezept für den passenden Ersatz gibt es demnächst im Lautwert-Blog. Ich muss noch ein wenig experimentieren.