Zum dritten Wochenende gehört der einundzwanzigste Tag des Sisson-Kurses. Wie sieht das Leben nach Abschluss der Umstellung aus? Und was wird aus diesem Blog?
Zum zweiten Mal habe ich nun das Transformationsprogramm von Mark Sisson abgeschlossen. Als ich mich vor genau drei Wochen und einem Tag der Zielgeraden zum ersten Mal näherte, fragte mich mein Bruder per E-Mail: „Und was machst Du ab dem kommenden Montag?“ Spontan gab ich zur Antwort, dass ich den Kurs noch einmal absolvieren und die neuen wie jüngst gemachten Erfahrungen in einem Blog festhalten wolle.
Die besagte Frage nach dem „day after“ stellt mein Bruder diesmal nicht, dafür habe ich sie mir selbst gestellt.
Bei den PEM-Kraftübungen gehört die häufige Wiederholung zum Plan. Sissons Gesamtkonzept, das mit dem primal blueprint verbunden ist, kennt aber noch zwei weitere Maßstäbe: Steigernde Weiterentwicklung und Freude an Spontanem.
Als ich heute morgen die halbstündige ungekürzte PEM-Übung abgeschlossen und etwas später ein leckeres primales Essen genossen hatte, entschied ich mich spontan für eine kleine Stadtwanderung. Früher dauerten solche Sonntagsgänge zwischen 20 und 40 Minuten, spielten sich meistens in der näheren Umgebung ab und wurden mit einem guten Stück Kuchen aus der nahe gelegenen Konditorei abgeschlossen.
Der Kuchen ist buchstäblich vom Tisch, die nähere Umgebung kenne ich nach fast zehn Jahren viel zu gut, um hier noch auf Unentdecktes zu hoffen. Meine jüngsten zwei Sonntagspromenaden waren jeweils zwischen 8 und 10 Kilometer lang, nahmen rund zwei Stunden in Anspruch und die heutige Wanderung endete im Münchener Dom mit einer wirklich schönen Vesper. Nein, zum primalen Lebensstil gehört nicht notwendigerweise ein katholisches Stundengebet. Für mich persönlich sind primal essential movements (PEM) und Horen aber problemlos miteinander vereinbar. Hier verbindet sich ganz harmonisch seit Jahren Liebgewordenes mit neuer Praxis.
Keine Sorge, liebe atheistische oder aus sonstigen Gründen kirchenferne Leserinnen und Leser, dieses Blog mutiert nicht zum Tagebuch der Stundengebete. Ich weiß, dass Laudes, Sext oder Komplet den meisten fremd sind. Aber ein Blick auf die eigenen, gerne auch ganz und gar weltlichen Rituale (Aufwachen, Mittagessen, abendliches Fernsehen, …) über eine gewisse längere Dauer macht jedem schnell klar, dass allmähliche Veränderungen selbst im platt erscheinenden Alltag nichts Ungewöhnliches sind.
Genau so geht es mir mit der Stundengebets-Praxis. Und genau so wird es mit der primalen Lebensweise laufen. Es gibt immer noch viel zu entdecken. Und in diesem Blog werde ich weiter die Highlights vorstellen. Einige davon sind schon in Sichtweite.
So viel als kleine Vorschau. Alles weitere ergibt sich, Stufe für Stufe. Eines habe ich während der letzten zwei mal drei Wochen nämlich gelernt – beim Umstieg auf die primale Lebensweise geht es eigentlich immer nur aufwärts mit allem, was aufwärts gehen soll. Im Gegenzug rauschen Pfunde und schlechte Laune da hin, wo sie hin gehören. Nach unten. Und da dürfen sie dann liegen bleiben.