Was haben Augustinus, Mark Sisson und Facebook-Freunde miteinander zu tun? Die Antwort gibt es im zweiten Nachhall und damit Abschluss der Blog-Abteilung „21 Tage Wandel“.
Nach primal essential movements – den typischen Kraftübungen à la Mark Sisson – schmeckt wahlweise ein kleines Fasten oder ein gar nicht so kleines Omelette.
Zum dritten Wochenende gehört der einundzwanzigste Tag des Sisson-Kurses. Wie sieht das Leben nach Abschluss der Umstellung aus? Und was wird aus diesem Blog?
Manche Tage enden früher als erwartet. Gegen Neun Uhr konnte ich das Gähnen nicht mehr unterdrücken. Eine halbe Stunde später versank ich in tiefen und lang anhaltenden Schlaf. Dringend tatverdächtig der unerwarteten Narkose ist – eine Beere.
„Pass auf deine Füße auf! Sie müssen dich ein Leben lang tragen.“ – Das gab mir mein Großvater mit auf den Weg. Die primale Lebensweise ist gut für diese lebenslangen Körperträger. Aber nicht nur für sie.
Manche Aufgaben des Sisson-Kurses können auf einen späteren Termin vertagt werden, nur nicht auf Sankt Nimmerlein. Wie erkennt man die Gunst der Stunde?
Primal leben lernen ist nichts für ideale Menschen. Ohne Disziplin ist der Umstieg zwar nicht zu schaffen, aber es braucht auch ab und zu kleinere Rückschläge.
Wer sich auf die primale Lebensweise einlässt, entdeckt fast zwangsläufig viel Neues. Etwa, dass Ausdauer nicht nur eine Sache der Atmung, des Herzschlags und der körperlichen Kräfte ist.
„Ich sag’s Ihnen, Herr S. , das Leben ist ein Kampf!“ – Diesen Satz eines genervten Vermieters rezitierte weiland ein Studienfreund. Heute kämpfen die meisten meiner damaligen Studienfreunde mit Stress und Kalorientabellen. Mindestens letztere kann man vergessen, wenn man primal lebt.
Mein guter Freund und Kollege Heinz kocht. Nicht vor Wut, sondern Aufläufe für seine Gäste. In meiner Rezeptkladde aus Studienzeiten findet sich in der entsprechenden Kategorie ein Klassiker der russischen Küche. Der ist nur einen Hauch entfernt vom Ideal des primal lifestyle und auch für Vegetarier bestens geeignet.
Primal leben heißt nicht leben wie ein Hund. Zwar gehört Fleisch regelmäßig auf den Speiseplan. Aber neben reichlich Fisch legt Mark Sissons Low Carb-Urzeit-Mustermann bei seinen Mahlzeiten großen Wert auf das richtige Ambiente. Hätte sich der Steinzeitmensch Grok im Münchener Berufsalltag stilvoll eingerichtet?
Über Jahre hatte mein Bruder, der mich mit Mark Sissons Buch „21 Day Total Body Transformation“ bekannt machte, ein Vermittlungsproblem. Er war strenger Vegetarier, ein guter Teil unserer näheren Verwandtschaft dagegen war und ist im Metzgerberuf tätig. Jetzt versteht nur einer unserer Onkel die Welt seiner Neffen nicht mehr. Er ist Konditor.
Na, welches der beiden im Titel genannte Lebensmittel wird von Anhängern der primalen Ernährung wohl besonders geschätzt?
Ich höre förmlich das lautstarke Echo: „Natürlich der bekanntermaßen gesunde und arztabwehrende Apfel!“ – Aber weit gefehlt.
Was hatten der Heilige Franziskus und der Urzeitmensch Grok gemeinsam? Wahrscheinlich eine ganze Menge. Unter anderem gingen beide barfuß.
Gesellschaftsspiele àla „Mensch ärger dich nicht“ oder Brett-Disziplinen wie Schach haben sich in unserer Familie nie allzu großer und anhaltender Beliebtheit erfreut. Aber mein Wochenend-Spiel fand regelmäßig am Samstagabend und noch einmal am Sonntagmorgen statt.
Jeder Feinschmecker, der darunter leidet, kein Vegetarier zu sein, beruft sich auf den „Metzger seines Vertrauens“. Wer fragt nach der Vertrauenswürdigkeit von Köchen?
„Ach, Sie stehen jetzt schon den ganzen Vormittag. Jetzt setzen Sie sich doch mal!“ Diesen Zuruf hätte ich fast gar nicht wahrgenommen. Er kam aus der Höhe meines Zwerchfells, war aber kein Ausdruck des berühmten Bauchgefühls.
Ich erinnere mich an eine meiner Mai-Feiern, als ich alleine für 16 Personen ein dreigängiges Festmahl kochte. Zwei der Geladenen sagten kurz vorher ab. Im nachhinein war ich nicht unglücklich darüber.
Du gehst jetzt in’s Bett! Wie sich dieser drängend auffordernden Ruf anhört, hat man als Erwachsener beinahe schon vergessen. Aber nur beinahe.
Was für ein Abschied! Über Jahre war sie stets zugegen, wenn ich an den Wochenende einmal alle Fünfe gerade sein ließ. Sie machte es sich bequem, beherrschte die Frühstückstafel, obwohl sie doch klein und dezent wirkte.
Aber dieses Gefühl – leicht bitter anfangs, dann die Sinne umschmeichelnd, …
Heute ist Tag 21. Eine massive Umstellung, die ich bis vor drei Wochen noch für eine ebenso komplett verrückte wie unrealistische Idee hielt, ist damit abgeschlossen. Bin ich am Ziel angekommen?