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	<title>Sagenswert: primal leben in Deutschland</title>
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	<description>Primal Lifestyle à la Mark Sisson im Selbstversuch seit dem 2.1.2012</description>
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		<title>Brückenschläge (Der 100ste Blogpost)</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2012 19:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sang, Klang und Los!]]></category>
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		<description><![CDATA[Das primale Weblog geht jetzt in eine zweiwöchige Sommerpause. Als Dankeschön und visuelle Wegzehrung gibt es für alle treuen Leserinnen und Leser ein kurzes Video. Thema: PEM, Fußball, Baulärm und der ganze Rest. Und hier ist das Filmchen: Viel Vergnügen! Ich freue mich darauf, ab dem 2. Juni wieder täglich für Euch zu schreiben. Euer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/2012/05/brueckenschlaege/"><img class="alignleft size-full wp-image-2106" title="100 Pontifex" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/100_pontifex.jpg" alt="Eine Rückenbrücke als primal essential movement, Szenenfoto aus einem Podcast von Thorsten Steinhoff" width="300" height="200" /></a>Das primale Weblog geht jetzt in eine zweiwöchige Sommerpause.<br />
<span id="more-2104"></span>Als Dankeschön und visuelle Wegzehrung gibt es für alle treuen Leserinnen und Leser ein kurzes Video. Thema: PEM, Fußball, Baulärm und der ganze Rest.</p>
<p>Und hier ist das Filmchen:<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/U36iuzE0zxo" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Viel Vergnügen! Ich freue mich darauf, ab dem 2. Juni wieder täglich für Euch zu schreiben. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Euer Thorsten</p>
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		<title>Felder der Ehre</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 21:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dabei sein ist alles – Olympionike war ich nie und werde es niemals werden. Amen und aus. Es gibt jedoch noch andere sportlich geprägte Bereiche, die ich in alle Ewigkeit meide. Als ich klein war, nahm mich mein Vater gelegentlich mit auf den Fußballplatz seines Heimatortes. Vielleicht hatte er die Hoffnung, mich auf diesem Wege [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/felder-der-ehre/"><img class="alignleft size-full wp-image-2061" title="099 Fußball-Jjugendmannschaft des TV Grevenbrück um 1961" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/099_fussball-jugendmannschaft_um1961.jpg" alt="Fußball-Jjugendmannschaft des TV Grevenbrück um 1961" width="300" height="200" /></a>Dabei sein ist alles – Olympionike war ich nie und werde es niemals werden. Amen und aus. Es gibt jedoch noch andere sportlich geprägte Bereiche, die ich in alle Ewigkeit meide.</p>
<p><span id="more-2057"></span>Als ich klein war, nahm mich mein Vater gelegentlich mit auf den Fußballplatz seines Heimatortes. Vielleicht hatte er die Hoffnung, mich auf diesem Wege für das Kicken begeistern zu können.</p>
<p>Dieser Plan ging formvollendet daneben.<br />
So gern ich mit meinem Vater unterwegs war – ich wusste, was mich in Grevenbrück (heute Teil der Stadt Lennestadt) erwartete: Ein Wald von Beinen, in dem ich mich nicht verlaufen konnte. Statt dessen stand ich zwischen diesen Stämmen, eine gefühlte Ewigkeit lang. Und statt Blätterrauschen gab der Forst ein vielstimmiges Gebrüll von sich. Nachdem ich ein wenig Erfahrung gesammelt hatte, erkannte ich, was das Donnern aus den Wipfeln des Schenkelwalds auslöste. Sobald die heimische Mannschaft, die ihre Fans etliche Jahre später zur „Macht im Sauerland“ erklärten, auf das gegnerische Tor zu trabte, wurde es laut, sehr laut. Für mich, einen kleinen Jungen, der das Spielfeld nie sehen konnte, war das zu viel. Mein Vater gab die Missionsarbeit dankenswerter Weise schnell auf. Bei meinem Bruder sollte er wenig später offene Tore, äh, Türen einrennen.</p>
<p>In meiner Familie wie auch in der ganzen Sippe sollte ich – wenigstens vom fußballerischen Standpunkt aus gesehen – das Schwarze Schaf bleiben. Ich fand sehr lange keinen Gefallen an diesem Sport, weder als passiver Zuschauer, noch gar als Aktiver. Während meiner Studienzeit frequentierten einige Kommilitonen allwöchentlich den Bolzplatz des kleinen Ortes Oberhinkofen nahe Regensburg. Er befand sich gleich neben dem Haus, in dem eine mir durch die Bank besonders am Herzen liegende WG residierte. Zur regelrechten Vereinsgründung kam es nie, Turniere mit anderen Mannschaften gab es ebenfalls nicht. Aber für den inoffiziellen Verein „Dynamo Desaster“ fungierte ich an einem lauen Sommerabend als Sportfotograf. Aus den Aufnahmen suchte ich die ausdrucksstärksten heraus und schrieb eine fiktive Fußball-Reportage. Vor ein paar Wochen las ich sie wieder. Während der Redaktions-Pause (20.Mai bis 1. Juni), in der dieses primale Blog keine neuen Einträge bekommt, werde ich es wahrscheinlich an anderer Stelle auf <a title="Website von Thorsten Steinhoff" href="http://www.lautwert.de">www.lautwert.de</a> veröffentlichen – natürlich mit den besagten Fotos vom Schlachtfeld des Dynamo Desaster. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Was ich bei diesen Bolz-Partien als wohltuend empfand: Den Agierenden war es nicht so bitterernst mit dem sportlichen Anspruch. Es gab ja auch keine echten Gegner, man hielt sich aneinander schadlos. Die Kicker teilten sich sauber in zwei Teams und wenn einer übrig blieb, wurde er zum Auswechsel-Spieler. Auf einen Schiedsrichter konnte der Dynamo Desaster verzichten, in Zweifelsfällen entschied das Kollektiv der Balltretenden. Wenn die Team-Rambos nicht bereits für eine Klärung gesorgt hatten. Dass ich den Anfragen meines besten Studienfreundes Stefan S., doch endlich mitzuspielen, nie stattgab, hing unter anderem mit den rauen Spielsitten zusammen. Zum anderen war ich als Brillenträger und extrem lauffauler Phlegmatiker von vorne herein disqualifiziert. Die demütigende Pein der Mannschaftsmitglieder-Wahl, die zu den bis heute wirkenden Traumata meiner längst vergangenen Schulzeit gehört, wollte ich mir seinerzeit sowieso ersparen.</p>
<p>Dazu kam noch das Wissen, dass einige Bolzclub-Mitglieder den professionellen Fußball durchaus sehr ernst nahmen. Ein einziges Mal ließ ich mich überreden, ein Viertelfinal-Spiel mit anzuschauen. Ich wurde schnell des Spielfelds verwiesen, als ich es wagte, einen kleinen spöttischen Spruch zu einer Mannschaft zu äußern. Glücklicherweise befanden sich meine eigenen vier Wände im selben Gebäude, der Gang auf die Strafbank war dementsprechend kurz.<br />
Damals lernte ich neu und zwar <em>per exemplum</em>, dass ich mich besser von Mannschaftssportarten und deren Anhängern fern halten sollte. Später erweiterte ich das Sperrgebiet um Wettbewerbs-Sportformen jeder Couleur. Dass beispielsweise Boxkampf-Übertragungen im TV den Hormonhaushalt vertrauter Menschen völlig aus der Bahn zu werfen vermögen, konnte ich vor etwa zwei Jahren mit Schrecken beobachten. Kurz und gut: Ich lasse die Finger von Ego-Shootern der Generation 1.0 und alle übrigen Gliedmaßen gleich mit. Nicht nur mein Bauch, auch meine Füße gehören mir und keinem Verein.</p>
<p>Freunde, so viel steht fest, macht man sich mit einer solchen Einstellung keine. Aber eben auch keine falschen. Klasse statt Masse war schon immer eines der Leitworte, an denen ich mich orientiere. Von oberflächlichen Vergnügen halte ich sehr wenig, von zeitlich oder anders von vorne herein begrenzten Freundschaften überhaupt nichts. Herdentrieb und Corpsgeist sind mir fremd, Chorgeist dagegen schätze ich sehr, wie die Menschen wissen, die mich ein bisschen besser kennen. Es gibt einen Unterschied zwischen harmonischem Zusammenklang und kakophonem Einheitlichkeitsgetöse. Die begeisterten wiewohl gänzlich unmusikalischen Platzkonzerte des kleinen westfälischen Sportplatzes in den 70ern waren für meine kindlichen Ohren unerträglich. Als Erwachsener weiß ich um die wertzuschätzenden Qualitäten, die darin ihren Ausdruck fanden. Welche Qualitäten das sind, kann jeder einschätzen, der vor einigen Tagen die Tumulte in gut beleumundeten Fußballstadien via Fernsehen oder gar vor Ort mitverfolgt hat. Was für ein Kontrast!</p>
<p>Ob der Bier- und Schnaps-Konsum, der seinerzeit im ländlichen Südwestfalen rund um die 22 Spieler samt Schiri und Linienrichtern herum getrieben wurde, sportlich wertvoll oder im primalen Sinne à la <a title="Blog von Mark Sisson, Malibu, CA" href="http://www.marksdailyapple.com/">Mark Sisson</a> war, ist zweifelsfrei zu verneinen. Dafür war das gemeinsame Trinken alkoholischer Getränke vermutlich eines der sozialen Bindemittel. Ich unterstelle, dass heutzutage viele Sportfans, insbesondere diejenigen, die dem von Sisson postulierten Primal Blueprint gerecht werden wollen, auf diesen Feuchtklebstoff verzichten können. Solange auch noch das andere von mir verabscheute Medium, die Mischung aus traditionsunterfüttertem Ehrgeiz und blindwütigem Adrenalin-Rausch, außen vor bleiben, könnte ich mir mittlerweile vorstellen, ein paar Schritte auf die Mitte eines Bolzplatzes hin zu wagen. Vielleicht bliebe ich auch im Verteidiger-Raum stehen, insbesondere wenn ich wüsste, dass es genau dort dank eines tüchtigen Sturms einigermaßen ruhig bleiben würde.</p>
<p>Allzuviel Phantasie verschwende ich aber nicht in diese Richtung. Zum einen bin und bleibe ich passionierter Brillenträger. Die beiden anderen B habe ich nach langer und zäher Gegenwehr abgelegt. Den Fluginsektenschutz auf der Nasenwurzel will ich jedoch nicht missen. Vor allem aber gibt es keine Mannschaften ohne ehrbesessene Alpha-Tiere. – Ach, die gibt es doch? Na klar, und Schweine können fliegen. Jürgen von der Lippe behauptet das im Lied „<a title="Text des Blödel-Lieds `Is was`" href="http://www.lyrics80.com/J%C3%BCRGEN-VON-DER-LIPPE-IS-WAS-LYRICS/280953/">Is(s) was</a>“. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_razz.gif' alt=':P' class='wp-smiley' />  So handelt man sich scharf geschossene Bälle ein. Aber diese Bälle werde ich halten.</p>
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		<title>Alles auf Asche</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 21:18:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im zweiten Teil meiner primalen Kindheits-Trilogie schwinge ich die gegitterte Keule. Natürlich nur virtuell, denn im wirklichen Leben sind mir Übungen à la Mark Sisson lieber als Tennisbälle. Mein Bruder kommt in vielen Dingen ganz nach unserem Vater, erlaubt sich aber durchaus Abweichungen. So wandelte er das familiensportliche Erbe früh ab und stieg direkt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/alles-auf-asche/"><img class="alignleft size-full wp-image-2036" title="098 Is it just history repeating?" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/098_is_it_just_history_repeating.jpg" alt="Mittdreißiger, der auf einem Hausrasen Softball-Tennis spielt" width="300" height="200" /></a>Im zweiten Teil meiner primalen Kindheits-Trilogie schwinge ich die gegitterte Keule. Natürlich nur virtuell, denn im wirklichen Leben sind mir Übungen à la Mark Sisson lieber als Tennisbälle.</p>
<p><span id="more-2031"></span>Mein Bruder kommt in vielen Dingen ganz nach unserem Vater, erlaubt sich aber durchaus Abweichungen. So wandelte er das familiensportliche Erbe früh ab und stieg direkt in den Tennis-Sport ein. Unser Erzeuger fand erst im schon etwas reiferen Alter zum weißen Sport. Die in seiner Kindheit und Jugend von ihm hoch geschätzten Fußball-Partien waren für ihn als Mittdreißiger mit einem nicht unerheblichen Verletzungsrisiko verbunden. Außerdem wohnte unsere Familie in einer Stadt, die vom Heimatort meines Vaters ein gutes Stück entfernt lag. An regelmäßigem Mannschaftstraining und sonntäglichen Turnierspielen hatte mein Papa vermeintlich kein gesteigertes Interesse.</p>
<p>Nahe beim Fußballplatz seines Heimatortes war eine Tennis-Anlage aus dem Boden gewachsen, ausgestattet mit einem Vereinsheim und diversen Plätzen. Ich kann mich an vier davon erinnern, zwei hatten einen Kunststoffboden, die beiden anderen waren Ascheplätze.</p>
<div id="attachment_2040" class="wp-caption alignright" style="width: 263px"><a href="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/098za_tib_tennis_fuer_die_jugend.jpg"><img class="size-medium wp-image-2040" title="098 Titelblatt des Buches Tennis für die Jugend (1980/81)" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/098za_tib_tennis_fuer_die_jugend-253x300.jpg" alt="Titelblatt des Buches Tennis für die Jugend (1980)" width="253" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Titelblatt der Ausgabe von 1980/81</p></div>
<p>Für mich waren sie alle ein heißes Pflaster. Während mein Bruder von der Tennis-Begeisterung unserer Eltern erwartungsgemäß sofort infiziert wurde, musste man für mich schon andere Geschütze in Stellung bringen.<br />
Man versuchte es zunächst mit einem Buch. An sich gar keine schlechte Idee, galt ich doch als Leseratte. Und das völlig zu Recht. Zu dumm, dass Mr. Braden, der das Original „Teaching Children Tennis the Vic Braden Way“ im Jahr 1980 veröffentlichte, sein Buch nicht für Kinder, sondern für deren Eltern geschrieben hat. <a title="Website des Tennis-Kollegmitgründers Vic Braden" href="http://vicbraden.com">Vic Braden</a>, der übrigens nach wie vor aktiv Tennis-Nachwuchs fördert, scheint schon damals ein wirklich guter Tennis-Lehrer gewesen zu sein. Er legte Wert darauf, dass Kinder nicht Tennis lernen sollen, um den Ehrgeiz ihrer sportlichen Eltern zu befriedigen. In seinem Buch ermuntert er die erwachsenen Leser viel mehr dazu, aufmerksam zu sein. Will das Kind unbedingt selbst auf den Platz? Donnert es geschickt oder ungeschickt Bälle vor das Garagentor? Gibt es zwar vor, dieses Treiben zu hassen, übt aber heimlich? Wenn man dem Sprössling Erfolgserlebnisse schenken kann, so der Tennis-Pädagoge, lohnt sich ein Versuch, das Kind mit Schläger, Ball und Platz vertraut zu machen.</p>
<p>Was mich angeht: Weder habe ich meine Eltern dazu gedrängt, mich nur ja auf den Platz mit zu nehmen, noch habe ich irgendetwas gegen das (durchaus vorhandene) Garagentor getrieben. Und wenn ich sagte, dass ich Sport ganz allgemein und Tennis im besonderen abgrundtief hasste, dann meinte ich das im vollen Ernst eines pubertierenden Jugendlichen.</p>
<p>Rückblickend bin ich meinen Eltern aber doch ein wenig dankbar, dass sie die Flinte, respektive das Racket, nicht sofort ins Korn warfen. Im Umfeld der Tennis-Anlage und des dort ansässigen kleinen Vereins habe ich viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Ein Großteil davon war zwischenmenschlicher Natur. Die Erkenntnis, dass ein von sportlicher Konkurrenz bestimmtes Vereinsleben nicht meine Sache ist, rührt ebenfalls aus dieser Zeit her. Und dann wäre da noch ein Erlebnis, das mehr behindert als befördert hat.</p>
<p>„Da sieht man doch gleich, wer es lernt und wer nicht“ – dieser Ausspruch meines Onkels F. hat sich meinem Selbstbild förmlich eingebrannt. Natürlich bezog sich der letzte Teil seiner Aussage auf mich, der erste dagegen auf meinen Bruder. Was mein Onkel über mein nicht vorhandenes Tennis-Talent aussagte, war vollkommen richtig. Ich bezog es in den folgenden fünfundzwanzig Jahren aber auf jede Art von intensiver körperlicher Aktivität. Wann immer ich während der restlichen Schulzeit, während des Studiums oder in den Jahren danach zu Bewegungsformen der anstrengenden Art gezwungen oder auf anderem Wege getrieben war, musste ich das vor meinem inneren Schwurgericht rechtfertigen. Das war nie einfach. Ich war der felsenfesten Überzeugung, dass es lächerlich wirkte, wenn ich lief. Zu Ballsport jeder Art fehlten mir Eleganz und Schnelligkeit. Zu allem fehlte mir vor allem der Ehrgeiz.</p>
<p>Würde <a title="Blog von Mark Sisson aus Malibu, CA" href="http://www.marksdailyapple.com">Mark Sisson</a> in seinem Buch „The Primal Blueprint 21-Day Total Body Transformation“ an diese unter Sportlern verbreiteten Instinkte appellieren – ich hätte die Seiten nie durchgelesen. Meine ersten Abwehr-Maßnahmen gegen die Lese-Empfehlungen meines Bruders waren beinahe neutestamentlich. Sehr frei nach dem Johannes-Evangelium, wo Nathanael auf den werbenden Hinweis eines Jesus-Jüngers antwortet: „<em>Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?</em>“ (<a title="Online-Fassung des Johannes-Evangeliums, Kapitel 1, hier Vers 46" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/joh1.html#46">Joh. 1,46</a>).<br />
Meine natürlich ganz prophane Version hieß: Ein ehemaliger professioneller Marathon-Läufer aus Malibu? Kann der mich zu irgend etwas motivieren?“</p>
<p>Der eine oder andere Leser weiß sicherlich, wie die Geschichte mit Nathanael weiter ging. Der kurze Dialog zwischen dem Mann aus Nazareth und dem skeptischen Israeliten gehört zu meinen Lieblingsstellen.<br />
Mark Sisson habe ich bis dato noch nicht persönlich kennengelernt, es gibt aber auch niemanden, der ihn mir als Erlöser angepriesen hätte. Er selbst unterlässt solche Heilsversprechen ebenfalls, er möchte nur ermuntern und ermutigen. Eigene Kräfte wieder entdecken und dann stärken, neue Fähigkeiten entwickeln und sich von Fremderwartungen lösen, das ist im Prinzip nichts Neues. Für mich persönlich war der 21-Tage-Umstieg aber der Anfang von etwas ganz Neuem. Sisson verspricht ein Abenteuer (<em>adventure</em>). Genau das ist der Start in die primale Lebensweise, wie ich ihn im Blog-Kapitel „<a title="Übersicht der Beiträge zum Blog-Kapitel 21 Tage Wandel" href="http://www.lautwert.de/blog/category/sisson-21/">21 Tage Wandel</a>“ vorgestellt habe. Und das Abenteuer geht täglich weiter. Auch heute hatte ich zwei bis drei Erlebnisse, die vor einem halben Jahr noch gänzlich unvorstellbar waren.</p>
<p>Mit dem Tennis-Spielen zu beginnen kann und will ich mir weiter nicht vorstellen. Selbst Softball-Tennis, wie es mein Vater auf dem Foto oben praktiziert, ist und bleibt mir ein Graus. Alte Wunden muss ich nicht aufreißen, es gibt Besseres im Reich der PEM und des entspannenden Laufens, das für den letzten Vormittag angesetzt war und das einfach Freude machte. Wenn ich nächste Woche wieder Spreesand unter meinen Füßen habe, ihn vielleicht sogar durch die Sohlen neuer Laufschuhe spüre, dann pfeife ich auf Asche-Böden. Übrigens: Pfeifen gehört zu den Sachen, die ich seit Kindheitstagen nicht beherrsche. Mh. &#8211; - &#8211; pfff, pfffffff, pffffffffüüü…</p>
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		<title>Komm raus und lauf los!</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 20:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Con moto]]></category>
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		<description><![CDATA[Kurz bevor mein primales Blog das erste Beitragshundert voll macht, kehre ich in einer Trilogie noch einmal zu den Anfängen zurück. Teil 1: Erste Schritte &#8211; im wörtlichen Sinne. Wenn ich dem zweitältesten Familienalbum trauen darf, zeigt mich das Foto kurz vor meinem ersten Gang. An den großen Sprung, zu dem ich hier anzusetzen scheine, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/komm-raus-und-lauf-los/"><img class="alignleft size-full wp-image-2012" title="097 Komm raus und lauf los!" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/097_aussteiger.jpg" alt="13 Monate altes Kind im Gitterbett, das wenig später zum ersten Mal laufen wird" width="300" height="200" /></a>Kurz bevor mein primales Blog das erste Beitragshundert voll macht, kehre ich in einer Trilogie noch einmal zu den Anfängen zurück. Teil 1: Erste Schritte &#8211; im wörtlichen Sinne.</p>
<p><span id="more-2015"></span>Wenn ich dem zweitältesten Familienalbum trauen darf, zeigt mich das Foto kurz vor meinem ersten Gang. An den großen Sprung, zu dem ich hier anzusetzen scheine, kann ich mich ebenso wenig erinnern wie an meine Fußgängerpremiere. Letztere hat nach übereinstimmenden Augenzeugenberichten dreizehn Monate nach meiner Geburt stattgefunden. Wie ich aus dem Gitterbett gekommen bin, darüber schweigen sich meine Eltern aus.</p>
<p>So schwach meine Erinnerung an meine ersten <em>primal essential movements</em> (PEM) ist, so stark sind viele andere Eindrücke aus dieser Zeit in meinem Gedächtnis verankert geblieben &#8211; der Geruch des Lacks, mit dem das Gitterbett angestrichen war, die abgerundeten Holzleisten des Gitters, an das ich mich auf dem Foto klammere, der erste bewusste Blick aus dem Fenster meines Kinderzimmers und die für beide Seiten höchst unerfreuliche Begegnung zwischen mir und einer Biene. In kindlicher Neugier wollte ich das interessante fliegende Tier ganz behutsam in die Hand nehmen. Das Insekt mochte sich mit dieser Unterkunft nicht anfreunden und beging den für verzweifelte Bienen typischen Selbstmord. Autsch!</p>
<p>Wenn kleine Kinder sich ganz unbefangen einem faszinierend lebendigen Wesen zuwenden, schaue ich seit je her sehr genau hin. Früher interessierte ich mich fast ausschließlich für die lautlichen Äußerungen, etwa Ausrufe des Erstaunens, Weinen oder Wutausbrüche, wenn das Vögelchen partout nicht an seinem Platz bleiben wollte, während das Kind sich doch nur zum Streicheln näherte. Ich wohne in der Nähe einer Kinderarztpraxis, vor und hinter deren Tür sich jeden Tag shakespearesche Dramen abspielen. Die Tragödien, die <em>vor</em> der Tür gegeben werden, haben meistens mit den unfreundlichen Singvögeln zu tun, die keine Menschenkinder an sich heran lassen. Mir unvergesslich ist das kleine Mädchen, das einer Meise weinend nachrief: „Bleib doch hier, kleines Vogerl…“</p>
<p>Was ich mir nun genauer ansehe ist, wie sich die Kinder den Tieren zu nähern versuchen. Hopsen Sie darauf zu? Schleichen sie sich an? Rennen sie einfach los? Und welche Kinder interessieren sich gar nicht für ihre Umwelt?<br />
Die meisten Beobachter scheinen sich einig zu sein: Viele Kinder sind schon sehr früh übergewichtig, das massiv und verspüren entsprechend wenig Neigung, sich zu bewegen. Ich verstehe das besser als mir lieb ist. Ich kann nicht wirklich einschätzen, wie viel Ballast ich mit 3, 6 oder 12 Jahren mit mir herumtrug – aber ich habe mich nie gerne schnell und lange bewegt. Jedenfalls dann nicht, wenn man es mir aufgab. Sportstunden waren ein einziger Albtraum, ohne Ausnahme. Da mochte der Sportlehrer noch so geduldig und freundlich sein, notfalls erstickten die lieben Mitschüler jeden frischen motivierenden Ansatz im Keim.<br />
Wenn ich mich dagegen beim Spielen verausgabte, staunte ich manchmal, wie angenehm es sein kann, wenn die Wangen glühen oder die Arme plötzlich ganz locker werden. Von anderen Leuten angeordnete Bewegung verabscheue ich bis heute. Und daran wird sich wahrscheinlich auch nichts ändern. Ich bin mit dieser Einstellung gut erwachsen geworden.</p>
<p>Die Schäden, die durch meine jahrzehntelange Zurückhaltung in Sachen Bewegung entstanden sind, sind eher physischer Natur. Und sie scheinen sich gerade zu geben – durch konzentrierte und intensive Übungen. Der Dienstag war ein Medialer PEM-Tag, das heißt: Er begann nach dem morgendlichen Gang ins Bad mit einem kurzen Aufwärm-Laufen (5 &#8211; 10 Minuten), an das sich zwei<em> primal essential movement</em> &#8211; Durchgänge anschließen. Drei der vier von <a title="Blog von Mark Sisson aus Malibu, CA" href="http://www.marksdailyapple.com">Mark Sisson</a> empfohlenen Übungen gehören zu jedem Durchgang, für die vierte Abteilung muss ich noch (!) eine Näherungsübung einschalten. Auf eine fünfte Übung, die ich aus einem Beitrag zu dem von Sean Croxton organisierten Paleo Summit 2012 entlehnt habe, möchte ich nicht mehr verzichten. Im Blogbeitrag „<a title="Brücken in Flussnähe" href="http://www.lautwert.de/blog/2012/04/bruecken-in-flussnaehe/">Brücken in Flussnähe</a>“ beschreibe ich sie genauer. Voraussichtlich morgen oder übermorgen werde ich sie per Video festhalten und dann hier im Blog zeigen.</p>
<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/097za_nachtgespenst.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2019" title="097za Kleines Nachtgespenst" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/097za_nachtgespenst.jpg" alt="Dreijähriger späterer Blog-Autor im Morgenmantel" width="200" height="300" /></a>Damals, als ich zum ersten Mal lief, war das bestimmt sehr viel eindrucksvoller. Aber meine Eltern hatten keine Filmkamera und die Scheinwerfer hätten mich wahrscheinlich irritiert. Ich war schon sehr früh kamerascheu. Und auch wenn ich heute auf unverdeckte Objektive meistens ziemlich gelassen reagiere – fremde Leute müssen mich nicht beim Laufen oder PEMmen ablichten. Primal heißt ursprünglich. Und ein geborener Bühnendarsteller bin ich nie gewesen. Huch!</p>
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		<title>Wer tötete Charly Cake?</title>
		<link>http://www.lautwert.de/blog/2012/05/wer-toetete-charly-cake/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 21:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Fälle des Inspektor Coalscool]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Konsequenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kuchen]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
		<category><![CDATA[Spuren]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein neuer Fall für den Kommissar, der sich im Februar mit dem Verdächtigen B. Aronia herumschlug. Diesmal ist es Mord! Handelne Figuren: Mr. Coalscool, Oberkommissar Mr. McArb-Enemy, Mordverdächtiger Mrs. Lucy Raugh, seine Tante Ein Kuchen, Mordopfer Die Szene: Büro des Oberkommissars Honorious Coalscool. Wie schon beim Verhör, das der damals noch namenlose Ermittler mit Berti [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/wer-toetete-charly-cake/"><img class="alignleft size-full wp-image-1987" title="096 Kuchenmord!" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/096_kuchenmord.jpg" alt="Ein Rührkuchen, in dem ein Messer steckt" width="200" height="300" /></a>Ein neuer Fall für den Kommissar, der sich im Februar mit dem Verdächtigen B. Aronia herumschlug. Diesmal ist es Mord!</p>
<p><span id="more-1988"></span><strong>Handelne Figuren:</strong><br />
Mr. Coalscool, <em>Oberkommissar</em><br />
Mr. McArb-Enemy, <em>Mordverdächtiger</em><br />
Mrs. Lucy Raugh, <em>seine Tante</em><br />
Ein Kuchen, <em>Mordopfer</em></p>
<p><em><b>Die Szene</b>: Büro des Oberkommissars Honorious Coalscool. Wie schon beim Verhör, das der damals noch namenlose Ermittler mit Berti Aronia durchführte, der zu Unrecht eines Giftanschlags beschuldigt worden war (siehe „<a title="Tag 19: Kennen Sie Aronia?" href="http://www.lautwert.de/blog/2012/02/tag-19-kennen-sie-aronia/">Kennen Sie Aronia?</a>“), sitzt Coalscool an seinem Schreibtisch. Ihm gegenüber hat unaufgefordert der wegen Mordes festgenommene McArb-Enemy Platz genommen. In einem ziemlich heruntergekommenen Sessel hinter ihm sitzt seine Tante Lucy Raugh. Gleich neben ihr liegt auf einer Bahre der noch nicht ganz tote Kuchen.</em></p>
<p><strong>Kuchen</strong>: aaaarghhhhhh!</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Bitte, Herr Cake, stören sie nicht das Verhör. Wir können leider nichts mehr für sie tun – außer ihren Mörder dingfest zu machen.</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: Herr Inspektor ich war&#8217;s nicht! Vielleicht will ihnen der arme Mr. Cake genau das sagen.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Das hätten sie wohl gerne. Aber sie können nicht leugnen, dass wir sie, ihre Tante und den halbtoten Kuchen vorhin zusammen in einem Raum angetroffen haben. Die Spurensicherung wartet noch auf das Ableben des Mordopfers. Aber ich bin mir absolut sicher, dass wir ausschließlich ihre Fingerabdrücke am Messergriff finden werden.</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: Ganz sicher nicht, Herr Inspektor…</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Und nennen sie mich nicht dauernd Inspektor. Bei der Kriminalpolizei gibt es keine Inspektoren. Wir sind Kommissare. Was mich angeht, ich bin Oberkommissar.</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: Selbstverständlich, Herr Insp… &#8211; äh, Kommiss… ich wollte sagen Oberkommissar.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: <em>(jovial)</em> schon gut, Mr. McArb-Enemy, entspannen sie sich. – Es ist ja gleich vorbei.</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: Was ist gleich vorbei?</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Unser Verhör. Sie müssen nur gestehen.</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: <em>(mit aufsteigender Verärgerung)</em> Herr Oberkommissar, wenn sie mich ein bisschen besser kennen würden, wüssten sie, dass ich noch nie mit Mr. Cake zu tun hatte. Warum sollte ich ihn dann ermorden? Und ein solches Messer, wie das, das in Cakes Brustkorb steckt, habe ich nicht in meiner Küche.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: <em>(seinerseits gereizt)</em> Ach, und sie wissen auch nicht, wo man ein solches Mordwerkzeug auf die Schnelle besorgen könnte, was? Auf welchem Planeten leben Sie…</p>
<p><strong>Kuchen</strong>: <em>(leiser)</em> aaarghhh!</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: <em>(sieht kurz zu Cake hinüber, dann wieder zum Beschuldigten)</em> Soll heißen, sie hatten bestimmt Gelegenheit, kurz in einem gut sortierten Supermarkt vorbei zu schauen, ein ausreichend langes Brotmesser…</p>
<p><strong>Kuchen</strong>: <em>(noch leiser)</em> aaaach…</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: zu kaufen, ach, was sag ich, wahrscheinlich zu klauen, schnell ins Kulturhaus einzusteigen, wo sie Mr. Charles Cake zu Recht vermuteten und ihn brutal mit der offenen Klinge zu attackieren. Ich weiß nur, offen gesagt, noch nicht, welche Rolle ihre Tante bei der Tat gespielt hat. – Mrs. Raugh, wollen sie sich schon jetzt dazu äußern?</p>
<p><strong>Mrs. Raugh</strong>: Nein, Herr Kommissar.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: <em>(für einen Augenblick lächelnd)</em> Eigentlich Oberkommissar, Mrs. Raugh. Aber ich drücke da mal ein Auge zu. Sie sind ja schon nicht mehr die Jüngste, von da her…</p>
<p><strong>Mrs. Raugh</strong>: <em>(blickt den Oberkommissar vorwurfsvoll an)</em> &#8211; - -</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: <em>(verlegen)</em> äh, ich wollte sagen, hm – <em>(Pause)</em> Also, Verdächtiger, wieder zu ihnen. Sie bestreiten also nach wie vor, den tödlich verwundeten Mr. Cake angegriffen zu haben.</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: Ja, das bestreite ich entschieden. Ich interessiere mich grundsätzlich nicht für seinesgleichen.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Aha! Sie verachten also Herrn Cake!</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: Keineswegs. Wir haben nur nichts miteinander zu tun. Mr. Cake arbeitet in einem Milieu, das mir fremd geworden ist. Früher war ich in denselben Häusern unterwegs wie er. Ältere Verwandte von ihm kenne ich noch. Wenn man sich sieht, grüßt man sich. Aber das ist dann auch alles. Wir haben nichts zu bereden oder zu verhandeln.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Wenn sie meinen, euer Lordschaft… Ich habe hier nicht zu entscheiden, ob sie ein Snob sind oder nicht. Es geht um Mord, um nichts Geringeres.</p>
<p><strong>Mrs. Raugh</strong>: Herr Oberkommissar…</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: <em>(weiter zum Verdächtigen gewandt, die Dame nicht beachtend)</em> Lassen sie mich zusammenfassen: Sie mögen Leute wie Mr. Cake nicht, sie tolerieren ihre Gesellschaft für eine kurze Zeit und dann…</p>
<p><strong>Mrs. Raugh</strong>: Herr Oberkommissar, ich glaube, der Kuchen ist tot.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Na endlich.</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: Was?</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Ja, er war sowieso nicht mehr zu retten. Und jetzt kann die Spurensicherung ihre Arbeit machen und wir wissen gleich, ob sie&#8217;s waren oder jemand anderer. <em>(Er greift zum Telefonhörer, drückt eine Kurzwahltaste und wartet vergeblich auf das Freizeichen)</em> Mensch, Grissom, jetzt gehen sie schon dran.  – … – Na gut <em>(er legt wieder auf)</em>, dann mache ich das eben selbst.</p>
<p><em>- &#8211; Er öffnet die Schreibtisch-Schublade und kramt altertümliche Utensilien für die Fingerabdrucknahme heraus. &#8211; -</em></p>
<p><strong>Mrs. Raugh</strong>: Herr Oberkommissar, sie können sich das sparen.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: <em>(überrascht innehaltend)</em> Wieso?</p>
<p><strong>Mrs. Raugh</strong>: Weil ich es war. Ich gestehe, ich habe Charly Cake erstochen.</p>
<p><strong>McArb-Enemy</strong>: Aber Tante Lucy!</p>
<p><strong>Mrs. Raugh</strong>: Du musst mehr Wert auf deinen Umgang legen, Henry! Du hast dich viel zu lange mit diesem Pöbel abgegeben. Und als ich in das Kulturhaus kam, in dem du einen Gesangsvortrag halten solltest, war dieser unmögliche Charly schon da und hat auf dich gewartet. Vielleicht wärst du wieder schwach geworden, mein Lieber. Also musste ich etwas unternehmen.<br />
Herr Oberkommissar, lassen sie meinen Neffen laufen. Seine Fingerabdrücke werden sie am Messergriff nicht finden, aber meine. Ich bin bereit, meine Strafe noch heute anzutreten. Überstellen sie mich dem Richter.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: <em>(traurig)</em> Madame, damit müssen wir leider warten, es ist schon spät. Diese Nacht müssen sie in einer unserer Revier-Zellen verbringen. Die sind eigentlich kein Ort für eine Dame wie sie. Darf ich ihnen etwas bringen lassen?</p>
<p><strong>Mrs. Raugh</strong>: Etwas Plundergebäck wäre nicht übel.</p>
<p><strong>Coalscool</strong>: Das lässt sich einrichten. Madame, sie haben einen klaren Standpunkt, meine Hochachtung. Von ihnen könnte sich ihr Neffe eine Scheibe abschneiden.</p>
<p><em>- &#8211; Das Messer fällt aus dem Kuchen heraus – Ende des Stücks &#8211; -</em></p>
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		<title>Wanderer, kommst du nach O…</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 14:12:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Con moto]]></category>
		<category><![CDATA[Sang, Klang und Los!]]></category>
		<category><![CDATA[Dickmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Gepäck schleppen]]></category>
		<category><![CDATA[Milchprodukte]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Odessa]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Treppen]]></category>

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		<description><![CDATA[So sah ich vor siebzehn Jahren aus. Also, ich bin der Typ mit dem Gepäck in der Wagontür. Abgesehen von der endgültig verlorenen Haarpracht bin ich auf dem besten Weg zurück in diese Vergangenheit. Auf den ersten Blick könnte man denken, ich sei damals gerade wieder frisch angekommen. Und tatsächlich war ich damals viel unterwegs. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/wanderer-kommst-du-nach-o/"><img class="alignleft size-full wp-image-1961" title="095 Madame, darf ich ihren Koffer tragen?" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/095_koffertraeger.jpg" alt="Thorsten Steinhoff mit Koffern, die er für eine abreisende Bekannte in den Zug trägt" width="300" height="200" /></a>So sah ich vor siebzehn Jahren aus. Also, ich bin der Typ mit dem Gepäck in der Wagontür. Abgesehen von der endgültig verlorenen Haarpracht bin ich auf dem besten Weg zurück in diese Vergangenheit.</p>
<p><span id="more-1956"></span>Auf den ersten Blick könnte man denken, ich sei damals gerade wieder frisch angekommen. Und tatsächlich war ich damals viel unterwegs. Meistens aber zu Fuß. Ich wusste im Odessa der 90er Jahre primal zu leben, ohne dass der Begriff bereits geprägt gewesen wäre.<br />
Obwohl die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel damals kostenlos war – ein Bürgermeister hatte doch allen Ernstes ein Wahlversprechen gehalten! – legte ich fast alle Dienst- und Privatwege пишком (pischkóm, das heißt „zu Fuß“) zurück. Auf der Straße wusste man immer, woran man war. Gingen unbekannte Leute auf Tuchfühlung, konnte man dem vermeintlichen Langfinger ausweichen. Im Trolleybus oder in der Straßenbahn fuhren ständig Hände über Jacke und Taschen. Die meisten dieser Hände gehörten anständigen Leuten, die im schwankenden Gefährt Halt suchten. Einige Greiforgane gehörten aber auch unglaublich geschickten Dieben. Ein einziges Mal bin ich in einem Bus bestohlen worden. Das war kein schönes Erlebnis, aber ein außerordentlich eindrucksvolles. Mein Dieb war ein Großmeister, der mir alles Wichtige ließ, nur Geld stahl und mir sogar noch Bescheid sagte, als die richtige Haltestelle gekommen war, bei der ich umsteigen musste.</p>
<p>Immer, wenn ich mich an meine zehn Monate in Odessa am Schwarzen Meer erinnere, muss ich aufpassen. Die Gefahr ist groß, dass ich ins Tagträumen komme. Und schon wird aus dem Blog-Artikel ein Roman.<br />
Also zurück zum Zug. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Auf dem Foto sieht man mich nicht beim An- oder Abreisen, sondern beim Tragen von fremden Koffern. Und ob Koffer oder andere Traglast – solche Aktionen empfiehlt <a title="Blog von Mark Sisson, Malibu, CA" href="http://www.marksdailyapple.com/">Mark Sisson</a> als eine der effektivsten Trainingsmaßnahmen. Einen Bruch muss sich niemand heben. Aber statt die Einkäufe per Aufzug in die eigene Bleibe zu bringen ist die Treppe ein echter Geheimtip.<br />
Beim Treppenhaus des Gebäudes, in dessen 2. Stock ich seit gut zehn Jahren wohne, kann ich mir einer Sache vollkommen sicher sein: Ich bin mutterseelenallein auf den Stufen unterwegs. Niemand hält mich auf, niemand steht im Wege. Ich kann die gesamte Treppe in Zweistufenschritten hinauf hechten. Und manchmal komme ich ja auch aus dem Keller, dann sind es erfreulicherweise drei Stockwerke. Während ich noch vor einem halben Jahr den Aufzug dem Stufenweg vorzog, insbesondere am frühen Morgen oder nach einem anstrengenden Arbeitstag, würde ich es jetzt in der Kabine nicht mehr aushalten. Und das nicht, weil ich unter Klaustrophobie litte. Es macht nur einfach riesigen Spaß, die Treppe zu stürmen und am Ziel kein bisschen außer Atem zu sein! Hätte mir jemand letztes Jahr solche Freudenquellen vorausgesagt, ich hätte ihn augenblicklich für verrückt erklärt.</p>
<p>In Odessa lebte ich damals die meiste Zeit bei einer Familie. Zu deren Wohnung stieg man ebenfalls über eine nicht gerade kurze Treppe hinauf, einen Fahrstuhl gab es natürlich nicht. Ich habe ihn auch nie vermisst. Ich war jung und brauchte die Einkäufe – nur gelegentlich hinauf zu tragen. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Meine Verpflegung sammelte und verspeiste ich größtenteils auswärts. Es gab zwei gastronomische Institutionen, die ich praktisch jeden Tag aufsuchte: den Imbiss „Slavjanka“, wo es die besten Pelmeni der Stadt gab (und immer noch gibt!) – und einen Milchladen, der leider nicht mehr existiert. Letzteren besuchte ich jeden Morgen und erstand frischen Kefir oder Rjazhenka. Letztere ist ein fermentiertes Milch-Getränk, das man in Deutschland nur mühsam bekommt.</p>
<p>Das immerhin ist ganz im Sinne des Primal Blueprint, der von Mark Sisson propagierten Ernährungs- und Lebensweise. Anders als viele Paleo-Praktiker lehnt der Kalifornier Milchprodukte nicht rundweg ab. Wer Laktose (Milchzucker) verträgt, kann nach Meinung Sissons seinen Speiseplan mit einzelnen Produkten dieser Art ergänzen. Den Kern der Ernährung sollten diese Produkte auf keinen Fall ausmachen, so Mark Sisson in seinem Buch „The Primal Blueprint 21-Day Total Body Transformation“. Der gelegentliche Konsum von Sahne ohne weitere Zusätze, Rohmilchkäse, körnigem Frischkäse, fermentierter Milchspeisen und Butterreinfett (Ghee) könne aber in Ordnung sein. Wie immer gilt auch hier: Der Einzelne muss auf die Rückmeldungen seines Körpers achten und daraus seine Wahlentscheidung ableiten. <a title="Blog des Arztes Dr. Ulrich Strunz" href="http://www.strunz.com/">Dr. Ulrich Strunz</a> schrieb vor zehn Jahren in der ersten Auflage seines Buches „<strong>Die Diät</strong>“, dass sich Lieblingsspeisen als Dickmacher erweisen können, obwohl sie bei anderen Leuten keinen oder wenigstens nicht diesen Effekt haben. – Ich weiß inzwischen, dass ich fettarmer Kuhmilch, die ich früher literweise getrunken habe, einen Teil meines jetzt beinahe komplett abgebauten Übergewichts zu verdanken habe. Offenbar hat mein Körper den enthaltenen Milchzucker dermaßen gierig aufgenommen, dass die gesunden Inhaltsstoffe keine Rolle mehr spielten. Ab und zu einen fetten Quark essen kann ich dagegen ohne negative Folgen. Die Balance zwischen leicht ansetzenden Kohlenhydraten, wertvollem Eiweiß und dem neu entdeckten Energie-Lieferanten Fett ist bei 40%-Quark einfach viel besser als bei homogenisierter fettarmer Milch. Und die Menge spielt hier auch noch eine maßgebliche Rolle.</p>
<p>Von all diesen Dingen wusste ich damals in Odessa noch nichts. Es war auch nicht von Bedeutung, denn ich war ständig in Bewegung und verbrannte so bestimmt eine Menge Kalorien. Übrigens ohne mich abzuhetzen! Meine Armbanduhr hatte ich wenige Tage nach meiner Ankunft im zentralen Univermag gekauft. Das Teil, das ich immer noch habe, sah schön aus, besonders genau lief es aber nicht. Vorgegebene Zeiten gab es wenig im Odessa der 90er Jahre.<br />
Dafür gab es jede Menge Gäste, denen man Gepäck abnehmen konnte. Schwere Dinge tragen und bei mäßigem Tempo längere Wege gehen – das sind außerplanmäßige primal essential movements (PEM), die Mark Sisson als Würze des Alltags empfiehlt. Und an den Ruhetagen? Ich hielt damals schon viel von langen Entdeckungs-Streifzügen. Und wenn man Gäste auf diese Expeditionen mitnehmen konnte, weckte das bei mir Erinnerungen an meinen ersten Aufenthalt an der Nordküste des Schwarzen Meers. Aber das ist schon eine andere Geschichte.</p>
<p>Um eine Kleinigkeit vorweg zu nehmen: hier ist mein Reiseleiter-Song, gewidmet Christian Schmalzl, der 1991 die zweite Regensburger Studierendengruppe in Odessa betreute. Христиан райзелайтер наш дорогой, вот тебе подарок! <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<div class="einbindung_audio">
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<source src="http://dl.dropbox.com/u/30672503/brws1996/bw06.mp3" />
<source src="http://dl.dropbox.com/u/30672503/brws1996/bw06.ogg" />
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<p>Meine MIDI-Komposition The Travellers´ Guide von 1991, eingespielt 1996
<br />Alle Rechte vorbehalten: Thorsten Steinhoff</p></div><!-- Ende der .einbindung_audio //-->
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		<title>Im ruhigen Lauf</title>
		<link>http://www.lautwert.de/blog/2012/05/im-ruhigen-lauf/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 21:04:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Con moto]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Dr.Strunz]]></category>
		<category><![CDATA[Experten]]></category>
		<category><![CDATA[Laufen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>

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		<description><![CDATA[Es bringt sowieso nichts, wenn der Läufer hinter dir schneller ist. Dieses Prachtexemplar von Hund hat es glücklicherweise nicht auf mich abgesehen. Sein Herrchen, ein geübter Läufer und durchtrainierter Sportler, versuchte, mich vom Laufstil abzubringen, den ich seit 2008 praktiziere. Weil ich niemanden kannte, der mir das Laufen nach Dr. Strunz hätte zeigen können, musste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/im-ruhigen-lauf/"><img class="alignleft size-full wp-image-1940" title="094 Ausruhend in sich ruhend" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/094_ruhendinsichruhend.jpg" alt="Entspannt liegender Wolfshund" width="300" height="200" /></a>Es bringt sowieso nichts, wenn der Läufer hinter dir schneller ist. Dieses Prachtexemplar von Hund hat es glücklicherweise nicht auf mich abgesehen.</p>
<p><span id="more-1938"></span>Sein Herrchen, ein geübter Läufer und durchtrainierter Sportler, versuchte, mich vom Laufstil abzubringen, den ich seit 2008 praktiziere. Weil ich niemanden kannte, der mir das Laufen nach Dr. Strunz hätte zeigen können, musste ich mich auf meine eigene Erfahrungen verlassen. So weit es ging, orientierte ich mich dabei am Buch „Frohmedizin“. Ich wusste, dass es vom selben Autoren, eben vom besagten Dr. Ulrich Strunz, ein ganzes Buch zum Thema Laufen gibt. Aber im dicken Frohmedizin-Wälzer erwähnt der Mediziner, dass man richtiges Laufen nicht theoretisch sondern praktisch erlernen müsse. Wer es sich leisten könne, solle sich von Profis unterrichten lassen. So wie weiland der ehemalige Außenminister Joseph Fischer, der über seine Verwandlung seinerseits bekanntlich ein Buch schrieb: „Mein langer Lauf zu mir selbst“.</p>
<p>Weder meine Kontakte, noch meine Geldbörse entsprachen dem, was eines Außenministers würdig wäre. Aber eine Passage in Dr. Strunz Buch machte mir Hoffnung. Man müsse sich im Grunde nur das Laufen angewöhnen, das man als Kind beherrscht habe, heißt es sinngemäß in der Frohmedizin. Und dass Barfußlaufen ein exzellenter Weg sei, diese ursprüngliche Laufart wieder für sich zu entdecken.<br />
Im Grunde geht es darum, federnd auf den Vorderfüßen zu laufen. Als Federn arbeiten die Wadenmuskeln, sobald sie so weit trainiert sind, dass sie diese Aufgabe übernehmen können. Über drei Jahre bin ich praktisch jeden Morgen eine halbe Stunde auf diese Weise gelaufen. Knieprobleme habe ich in dieser Zeit nie auch nur im Ansatz gehabt. Ich erinnere mich, dass in den ersten Wochen gelegentlich Krämpfe in den Wadenmuskeln auftraten. Das war alles andere als angenehm. Aber dieses Phänomen trat ab Woche 5 oder 6 nie wieder auf.</p>
<p>In seinem Blog www.strunz.com (genauer: im <a title="Dr. Ulrich Strunz bestätigt die Vorzüge des Laufens auf dem Vorderfuß" href="http://www.strunz.com/news.php?newsid=1791">News-Beitrag Nr. 1791</a>) erinnert sich Dr. Strunz an einen Beitrag des TV-Magazins Monitor, in dem sein Rat, auf dem Vorderfuß zu laufen, als gesundheitsschädlich und gefährlich gebrandmarkt wurde. Am Tag nach Ausstrahlung des Beitrags, so der Arzt, schlug ein Krankenkassen-Mitarbeiter via Zeitung in dieselbe Kerbe.</p>
<p>Der Sportschuh-Fachhändler, der mich heute durchaus fachkundig beriet und mich – zum ersten Mal in meinem Leben – auf ein Laufband stellte, hielt erkennbar nichts vom Vorderfuß-Laufen. Es werde nur der Wadenmuskel trainiert, die anderen Unterschenkelmuskel würden vernachlässigt. Das führe zu einer falschen Stellung im Knie, belaste den Mittelfuß enorm und für meine miserable Haltung sei ein abrollendes Laufen über die Verse eindeutig besser. Das war jetzt die Ultrakurzfassung der Predigt, die durch diverse Demonstrationen eines vermeintlich „gesunden“ Laufstils angereichert wurde und in der Ankündigung mündete, er, der praktizierende Läufer, mit dessen Ehefrau ich bekannt bin, werde mich vielleicht ja doch noch bekehren.</p>
<p>Ich glaube, das wird er nicht. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Und zwar aus drei Gründen: Zum einen laufe ich nicht mehr jeden Tag, seit ich den vom Kalifornier <a title="Blog von Mark Sisson, Malibu, CA" href="http://www.marksdailyapple.com/">Mark Sisson</a> postulierten <strong>Primal Blueprint</strong> entdeckt und meine ganze Lebensweise darauf umgestellt habe. Um nicht unhöflich zu sein, musste ich ein paar Stunden vor der Laufprobe statt in einen sauren Apfel in zwei Vanilleeis-Kugeln beißen. Die Temperatur und der Fettgehalt von Speiseeis sind für primale Esser kein Problem, der Zucker ist es schon. Nachträglich habe ich ermittelt, dass die zwei kleinen Kugeln mir ungefähr 25 Gramm Kohlenhydrate zugeführt haben. Das ist viel, sehr viel. Zumal es sich bei diesen Kohlenhydraten im Vanilleeis um pure Raffinade handeln dürfte, schieres Gift. Glücklicherweise hatte ich bis da hin nur extrem wenig Insulin-Lockstoffe zu mir genommen und für den Abend war Salat mit Wildlachs geplant. Diesen Plan hielt ich ein. Ich liebe Fisch! Und der Salat war absolut frisch, mit Olivenöl und etwas Essig ein perfekter Lachs-Begleiter. Insgesamt blieb mein Kohlenhydratkonto, auf dessen möglichst niedrigen Stand Mark Sisson viel Wert legt, mit 45 Gramm im satt grünen Bereich (maximal 50 Gramm pro Tag sind sehr gut). Uff, gerade noch einmal gut gegangen. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Punkt № 2, warum ich unbekehrbarer Vorderfußläufer bleiben möchte: So läuft es sich am besten barfuß und in einer entspannenden Weise. Was ich damit meine, ist, dass ich bei der seit 2008 praktizierten Laufweise den Kopf frei bekomme für Gedanken, die es sonst schwer haben, einen Platz im Tagesablauf zu finden. Als ich das erste Mal mit ausgemachten Laufschuhen lief, konzentrierte ich mich viel zu sehr auf die Reaktionen der Sohlen, auf die Leute, die vor und neben mir joggten und kam nach wenigen Sekunden vollkommen außer Atem. Ich habe diese denkwürdige Premiere im Artikel <a title="Unter Zugzwang" href="http://www.lautwert.de/blog/2012/03/unter-zugzwang/">Unter Zugzwang</a> beschrieben. Eine Wiederauflage des Dramas wird es nicht geben, auch wenn ich in zwei Wochen wieder an der Spree laufen werde. Worauf ich mich schon wahnsinnig freue!</p>
<p>Das kann ich unter anderem, weil es den dritten Punkt gibt. Auf dem Laufband zeigte sich nämlich, dass ich das Vorderfußlaufen ziemlich gut hin bekomme. Ich mache kurze Schritte, lasse die Wadenmuskeln ihre Arbeit machen und verdrehe auch nichts. Dass ich an meiner Körperhaltung noch arbeiten muss, ist nichts Neues. Mein Berater konnte ich ja nicht wissen, dass ich in den letzten viereinhalb Monaten mehr als 20 Kilogramm abgenommen habe und dass sich mein Körpergefühl noch nicht hundertprozentig neu justiert hat. Immerhin verdanke ich der Laufbandprobe mit anschließender Praktikerpredigt eine wichtige Einsicht. Nicht meine Laufweise muss ich ändern, sondern zuerst meine Stehpraxis. Mir meine <a title="Tag 04: Manufactum? – Nein, handgefertigt!" href="http://www.lautwert.de/blog/2012/01/tag-04-manufactum-vs-handarbeit/">workSTATion</a> zu zimmern war ein guter erster Schritt. Aber ich muss auch Ernst mit dem zweiten Teil des Sisson-Ratschlags machen. Der besagt, dass man mindestens alle 30 Minuten eine Bewegungspause einlegen soll. Das können meine inzwischen heiß geliebten primal essential movements (PEM) sein, ein paar kleine 10-Sekunden-Sprints draußen an der frischen Luft oder nur einfach ein Spaziergang bei mäßig erhöhtem Gehtempo. Dabei dürfte sich die Fortbewegungsweise, die ich heute vorgeführt bekam, wunderbar ausprobieren lassen. Aber das morgendliche Laufen im Dr. Strunz-Stil lasse ich mir nicht nehmen. Mark Sisson empfiehlt ein regelmäßiges aber nicht zu häufiges langsames Lauftraining, um Ausdauer zu gewinnen und gut auszusehen. Letzteres spielt für mich derzeit keine Rolle. Aber vielleicht kommen auch wieder andere Zeiten. Auf die über Jahre erworbene Ausdauer mitsamt der schönen Laufzeit möchte ich nicht mehr verzichten. Das Schönste beim Morgenlauf ist, dass mich niemand jagt. In der geduldigen Ruhe liegt die Kraft. Das ist schon lange mein Leitsatz und das weiß jedes Tier, das nur bei Bedarf oder im Spiel einem anderen hinterher rennt.</p>
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		<title>Dankbarkeiten gibt es manche</title>
		<link>http://www.lautwert.de/blog/2012/05/dankbarkeiten-gibt-es-manche/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 20:27:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Primal von A - Z]]></category>
		<category><![CDATA[Dankbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Disziplin]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Genießen]]></category>
		<category><![CDATA[Gnade]]></category>
		<category><![CDATA[Jesuiten]]></category>
		<category><![CDATA[Regensburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Donnerstag besuchte ich meinen guten Freund Pater Richard Loftus SJ. Er ist fast 90 Jahre alt, kommt aus Arizona, war Biologie-Dozent in Regensburg und auch Atheisten können von ihm viel über primales Dasein lernen. Als ich ihm vor einigen Monaten von meinem Experiment mit der Ernährungs- und Gewohnheiten-Umstellung nach Anleitung von Mark Sisson erzählte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/dankbarkeiten-gibt-es-manche/"><img class="alignleft size-full wp-image-1902" title="093 Unterhachinger Feld im Mai mit Blick auf die Alpen" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/093_unterhachinger_maifeld.jpg" alt="Unterhachinger Feld im Mai mit Blick auf die Alpen" width="300" height="200" /></a>Am Donnerstag besuchte ich meinen guten Freund Pater Richard Loftus SJ. Er ist fast 90 Jahre alt, kommt aus Arizona, war Biologie-Dozent in Regensburg und auch Atheisten können von ihm viel über primales Dasein lernen.</p>
<p><span id="more-1899"></span>Als ich ihm vor einigen Monaten von meinem Experiment mit der Ernährungs- und Gewohnheiten-Umstellung nach Anleitung von <a title="Blog von Mark Sisson, Malibu, CA" href="http://www.marksdailyapple.com/">Mark Sisson</a> erzählte, fürchtete ich totale Ablehnung. Die blieb aber aus. Der promovierte Biologe P. Loftus SJ stufte die von mir eingeleiteten Maßnahmen als sehr sinnvoll ein. „Ich verzichte selbst auf Süßes“ meinte der weißbärtige Jesuit und ergänzte mit seinem typischen Humor: „Wenn der Zucker von der Stirn rieselt, muss man sich ein wenig zurückhalten“.</p>
<p>Das sollte wohl heißen, mein Freund und geistlicher Begleiter, den ich seit über 20 Jahren kenne, hat mit der berüchtigten Altersdiabetes zu kämpfen. Ich kann mich nicht erinnern, ihn je beim Naschen von Süßigkeiten gesehen zu haben. Selbst bei den wöchentlich in seiner Regensburger Gemeinschaftswohnung stattfindenden Leseabenden hatte er sich – anders als die Hälfte seiner Gäste – stets an ungesüßte Delikatessen gehalten.</p>
<p>Ob eine Altersdiabetes unvermeidbar ist, weiß ich nicht. Die meines Freundes und Seelsorgers scheint aber nicht allzu arg zu sein. Seine heiße Schokolade verträgt er ohne Probleme, auch wenn Sr. Gaudana wie bei meinem jüngsten Besuch im Pflegeheim die größte Tasse aus dem Küchenschrank zieht und die bis zum Rand mit selbst gemachtem edelsüßem Kakao-Getränk füllt. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /><br />
Nach Meinung des Primal Blueprint-Autoren Mark Sisson ist der notwendige Verfall körperlicher und geistiger Fähigkeiten im Alter ein Mythos. Abgesehen von Krankheiten, die natürlich über jeden hereinbrechen können und damit nicht immer bis zum 80. Geburtstag warten, gibt es laut Sisson keinen Zwang zum Abbau. Der Mediziner und sich auf seiner Website <a title="Blog des Arztes Dr. Ulrich Strunz" href="http://www.strunz.com/">http://www.strunz.com</a> als Fitness-Papst titulierende Dr. Ulrich Strunz stellt in seinem lesenswerten Buch „Frohmedizin“ ähnliche Thesen auf. „Forever young“ heißt sein Versprechen und er meint damit Vitalität bis ins hohe Alter.</p>
<p>Auch wenn beide Fitness-Berater der Überzeugung sind, dass es für einen Kurswechsel nie zu spät sei, fürchte ich, dass der primale Umzugswagen für meinen Freund Pater Loftus SJ abgefahren ist. Das liegt weniger an seinen Ansichten oder Gewohnheiten, sondern schlicht daran, dass in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kaum Wahlfreiheit in Sachen Ernährung herrscht. Das Abendbrot trägt die letzten vier Buchstaben nicht nur pro forma im Namen und auf sättigende Beilagen auf Kartoffel- oder Nudelteigbasis verzichtet keine Großküche, die mehrere Dutzend Menschen effektiv versorgen muss.</p>
<p>Als der Jesuit noch Biologie-Dozent war und in der Regensburger Innenstadt mit einigen Mitbrüdern zusammen lebte, war er oft für die abendliche Mahlzeit zuständig. Ich durfte einige Tage in der Sozietät verbringen und glaube, dass mein Gesicht sich kräftig in die Länge zog, als Pater Loftus einen Gemüseauflauf zubereitete. Ich glaubte damals noch, dass es nichts Übleres gebe als Speisefett, gleich welcher Sorte und Art. In eine Glasschale hinein hatten die Patres und ich frisches Gemüse geschnipselt. Karotten waren darunter, Zucchini, Paprika und Fenchel. Das ganze sollte dann in einem vorgeheizten Ofen zum Auflauf werden. Davor stand nur noch die Würzung. Dieser Job lag an jedem Abend in den Händen des Mannes aus Arizona.  Und  der schoss schnell aus der Hüfte und zwar so: zwei Prisen Salz, etwas schwarzer Pfeffer und schätzungsweise ein Viertelliter Olivenöl. Der jesuitische Mitbruder fragte vorsichtig an: „Mh, Rich, ist das nicht ein bisschen viel Öl?“. Aber Dr. Richard Loftus, in diesem Moment ganz Zoologe und US-Amerikaner, schüttelte nur leicht den Kopf und antwortete gelassen: „Nein, es schmeckt sonst nicht.“ Dann schob er die Glasschale in den Ofen und ungefähr eine Stunde später kam das Gemüse auf die Teller. Brot gab es keines, auch keine Kartoffeln oder Nudeln. Statt dessen lagen roher Schinken und, nun gut, nicht ganz primal, frische Wurst auf dem Tisch.</p>
<p>Das ganze fand Anfang der 90er Jahre statt, lange bevor Mr. Sisson in Malibu sein Konzept des Primal Blueprint ausarbeitete. Ich kann und werde nicht behaupten, dass Pater Loftus SJ diesen Ansatz damals schon vorweg genommen hätte. Bei den Regensburger Jesuiten gab es oft auch Brot zu essen, außerdem komplett aprimale Dinge wie Erdnüsse (die eigentlich Hülsenfrüchte sind, keine Nüsse), Rosinen, süße Portweine und literweise Apfelsaft. Aber andererseits habe ich bei Pater Loftus SJ meine Einführung in die Kunst des Erdloch-Grillens bekommen. Das ist eine Kunst, die ich in diesem Sommer erstmals in Eigenregie ausüben möchte. In diesem Moment überlege ich, ob sich das nicht schon bei der kleinen Feier zum hundert-ersten Blog-Artikel machen ließe…</p>
<p>Wie man ein Erdloch aushebt, darin ein Kohlenfeuer entzündet und mit dessen Hilfe aus naturbelassenen Nahrungsmitteln ein echtes Festessen macht, dieses primale Wissen verdanke ich meinem Freund Pater Loftus SJ. Aber ich verdanke ihm natürlich noch viel mehr. Manches davon hängt untrennbar damit zusammen, dass der Mann ein Priester ist, auf den auch religiös Gleichgültige und sogar Kirchengegner große Stücke halten. Von diesem Jesuitenpater geht nach wie vor eine Ausstrahlung aus, die aus keinem Saulus notwendigerweise eine Paulus macht, die aber auf jeden Fall tief beeindruckt und froh macht. Die zuletzt genannte Gabe (bei uns Christen nennt man so etwas Chárisma, griechisch für `Gnadengabe`) dürfte darauf gründen, dass man diesem Geistlichen anmerkt, dass er weit offene Sinne für alle Geschenke hat, die ihm und anderen über den Weg laufen, in den Schoß fallen oder auch nur in Reichweite gelangen. Eine gute Gelegenheit als solche zu erkennen, zu handeln und sich über das Gewonnene zu freuen, das ist primal im tiefsten Sinne. Ob man das, was sich gerade in irgendeiner Form zum Genuss anbietet, als Geschenk eines gütigen und großzügigen Gottes wahrnimmt oder alles auf Gevatter Zufall respektive die eigene Chuzpe zurückführt – nun gut, vor 10.000 Jahren gab es womöglich auch schon viele Anhänger der Nimm-alles-was-du-kriegen-kannst-Mentalität. Was blieb einem Jäger und Sammler auch anderes übrig? Daheim wartete die ganze Sippe, also musste die Beute gegebenenfalls mühsam nach Hause befördert werden. Keine Zeit für Dankbarkeit, das Mammut wird sonst noch schlecht unterwegs.</p>
<p>Anders als manche Paleo-Extremisten bin ich nicht der Überzeugung, dass in der Steinzeit alles besser war als heute. Vielleicht ist Dankbarkeit ein relativ junges Konzept. Mark Sisson fordert in seinem 21-Tage-Kurs (The Primal Blueprint 21-Day Total Body Transformation) dazu auf, aus jeder Mahlzeit, unabhängig von Zeitpunkt und Quantität, das Maximum an Genuss heraus zu kosten. Für Menschen, die keinen Draht zu Spirituellem haben, mag dieser Genuss die Entsprechung dessen sein, was hinter dem Lieblings-Trinkspruch steht, den mein jesuitischer Freund damals in Regensburg schuf. Ich pflege diesen Trinkspruch jedes mal, wenn ich mit ehemaligen Lesekreis-Mitgliedern zusammen komme. Wir treffen uns leider nur sehr selten, aber um so mehr Freude macht es dann, die Weingläser zu heben und den ersten Trinkspruch des Abends so lauten zu lassen: „Auf den, der uns liebt“. Mit einem anderen Wort ausgedrückt: Danke. Und es gibt vermutlich unendlich viele Weisen, Dankbarkeit zu empfinden und ebenso viele, sie auszudrücken.</p>
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		<title>Salat für Gurkenkönige</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 20:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezept-Schmiede]]></category>
		<category><![CDATA[Abendessen]]></category>
		<category><![CDATA[Gurke]]></category>
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		<category><![CDATA[Rezept]]></category>
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		<description><![CDATA[Was die Hautfarbe angeht, habe ich wenig Ähnlichkeit mit einer Gurke. Verwandt bin ich mit den Feldgewächsen auch nicht. Aber womöglich hat sich herumgesprochen, dass ich Pläne mit den grünen Wasserspendern habe. Nach wie vor ruht eine Reihe von leeren Einmachgläsern in meinem Küchenschrank. Im Blog des Fitness-Trainers und Primal Blueprint-Autoren Mark Sisson fand ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/salat-fuer-gurkenkoenige/"><img class="alignleft size-full wp-image-1885" title="092 Salat mit Gurkendressing" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/092_gurkensalat.jpg" alt="Salat mit Gurkendressing" width="200" height="300" /></a>Was die Hautfarbe angeht, habe ich wenig Ähnlichkeit mit einer Gurke. Verwandt bin ich mit den Feldgewächsen auch nicht. Aber womöglich hat sich herumgesprochen, dass ich Pläne mit den grünen Wasserspendern habe.</p>
<p><span id="more-1880"></span>Nach wie vor ruht eine Reihe von leeren Einmachgläsern in meinem Küchenschrank. Im Blog des Fitness-Trainers und Primal Blueprint-Autoren <a title="Blog von Mark Sisson, Malibu, CA" href="http://www.marksdailyapple.com/">Mark Sisson</a> fand ich Anfang des Jahres ein vielversprechendes Rezept. Ich möchte meinen allerersten Einmach-Versuch gerne mit kleinen Gurken durchführen. Die bekomme ich leider gerade nicht. Auf die Dauer muss ich wohl doch zum Viktualienmarkt pilgern. Das Problem dort ist nur, dass die Versuchungen so zahlreich sind. Als Käufer nimmt man durch den Verzehr dieser Waren nicht so schnell ab wie der Geldbeutel.</p>
<p>Während ich Ende letzter Woche die Spezialitäten diverser Nürnberger Märkte mit primalem Blick inspizierte, bekamen meine Vorräte daheim unerwarteten Zuwachs. Als ich am Samstag-Vormittag in die Wohnung trat, fiel fast mein erster Blick auf den seltenen Gast, der auf einem Tisch im Wohnbereich Platz genommen hatte. Auf diesen Tisch legt mein Vater immer wieder merkwürdige Dinge, wenn er meiner Wohnung einen Besuch abstattet.<br />
In diesem Fall hatte er nach einem großartigen Mittagessen in meinem Lieblingsrestaurant, dem <a title="Website des Restaurants Champor in München Bogenhausen" href="http://www.champor.de/">Champor</a>, gedacht, dass ich mich über eine primale Gratismahlzeit freuen würde, wenn ich hungrig aus Franken zurückkehrte. Also ging er in den Bio-Laden, der dem besagten Restaurant genau gegenüber liegt, und sah sich nach primal Anmutendem um. Ich kaufe ziemlich oft in diesem Bio-Geschäft ein, meistens Pilze, Espresso-Kaffeebohnen und Ölfrüchte wie Oliven oder Avocado. Die großen Salatgurken habe ich zwar schon oft gesehen, es landete aber noch nie eine in meinem Einkaufskorb. Was soll ich mit so einem langen grünen Wassertanker anfangen?</p>
<p>Genau diese Frage stellte ich mir am Mittwoch-Abend auch wieder. Diesmal musste ich eine Entscheidung fällen, denn mein Vater hatte sich tags zuvor dringend nach Befinden und absehbarem Schicksal der Salatgurke erkundigt. Frisch war sie noch, aber es wurde Zeit für die Verwertung.<br />
Um einen klassischen Gurkensalat zu machen, fehlt mir eine Reibe, mit der sich dünne Gurkenscheiben schneiden lassen. Mit dem Messer ginge das natürlich auch, aber ich hatte eine viel bessere Idee.</p>
<ul>
<li>Die Gurke waschen und ungeschält mit der groben Reibe zerkleinern</li>
<li>Die geraspelten Gurken ein wenig abtropfen lassen</li>
<li>In einer Schale 200 Gramm Saure Sahne (10% Fett), 1 &#8211; 2 EL scharfen Senf, 1 Prise Salz, ein paar Kapern und fein geriebenen Knoblauch vermischen</li>
<li>Die Gurken leicht ausdrücken und dann mit der angesetzten Sauerrahm-Senf-Masse vermengen</li>
</ul>
<p>Das gibt keinen Gurkensalat, aber ein ausgezeichnetes Dressing, mit dem sich ein einfacher Blattsalat anreichern lässt. Wie man auf dem Bild oben sieht, habe ich außer Blattsalat noch folgende Zutaten auf dem Abendteller gehabt:</p>
<ul>
<li>Tomaten</li>
<li>Spanischer Ziegenkäse</li>
<li>Blauschimmelkäse</li>
<li>Ein paar Scheiben feine Salami – Schinken wäre primaler, ich hatte aber keinen mehr <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_razz.gif' alt=':P' class='wp-smiley' /> </li>
</ul>
<p>Andere Salat-Elemente sind natürlich denkbar. Wie wäre es beispielsweise mit ein bis zwei gekochten Eiern? Auch eine schöne Avocado passt dazu. Hauptsache, es finden sich möglichst viel weitgehend Naturbelassenes.<br />
Deswegen ist roher Schinken auch viel besser als Salami – letztere enthält fast immer haltbar gemachtes Fleisch und oft noch andere Zutaten, die in der primalen Küche nichts verloren haben (Zucker, Geschmacksverstärker und Co). Geht es nach Mark Sisson oder wahlweise mir, sollten bei der Fleischwahl noch weitere Dinge eine Rolle spielen. Je wohler sich das Tier zu Lebzeiten fühlen konnte und je weniger Stress es vor dem Schlachten hatte, um so besser ist die Rohfleisch-Qualität. Stress bedeutet unter anderem Hormonausschüttung und das ist weder angenehm für das betroffene Tier, noch bleibt dem menschlichen Geschmackssinn ebensowenig verborgen wie vorher dem armen Tier.</p>
<p>Aber das ist das Thema für einen anderen Blog-Artikel. Ich werde ihn nach Möglichkeit noch vor der zweiwöchigen Pause schreiben, die nach dem einhundertsten Beitrag startet. Bis dahin kann man den Gurkendressing-Salat auch auf die vegetarische Weise genießen. Aber nicht zu viele Tomaten nehmen! Die roten Strauchfrüchte werden sowieso noch besser, ihre Zeit ist noch nicht gekommen. Heute hatten sie bei mir fast mehr Wasser intus als die Salatgurke. Die wurde fast rot vor Zorn,  blieb als Dressing-Zutat dann aber doch im grünen Bereich. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Chorgesang begeistert</title>
		<link>http://www.lautwert.de/blog/2012/05/chorgesang-begeistert/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 21:59:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Steinhoff</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chor]]></category>
		<category><![CDATA[Disziplin]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[mindestens die Mitwirkenden. Auf die Zuhörer zu achten brauchen Sängerinnen und Sänger nicht. Das ist allenfalls die Aufgabe der Chorleitung. Eher aber noch der Programmverantwortlichen, wenn sie ein Ensemble aus dem geschützten Raum der Probe an die frische Luft eines Auftritts befördern. Als ich das links zu sehende Foto auf dem Campus der Uni Regensburg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautwert.de/blog/2012/05/chorgesang-begeistert/"><img class="alignleft size-full wp-image-1871" title="091 Chorfreude" src="http://www.lautwert.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/091_chorfreude.jpg" alt="Sängerinnen des Universitäts-Chores Regensburg" width="200" height="300" /></a>mindestens die Mitwirkenden. Auf die Zuhörer zu achten brauchen Sängerinnen und Sänger nicht.</p>
<p><span id="more-1869"></span>Das ist allenfalls die Aufgabe der Chorleitung. Eher aber noch der Programmverantwortlichen, wenn sie ein Ensemble aus dem geschützten Raum der Probe an die frische Luft eines Auftritts befördern.</p>
<p>Als ich das links zu sehende Foto auf dem Campus der Uni Regensburg aufnahm, war ich vom primalen Lebensstil noch ein paar Wochen entfernt. Als Kollege der sangesfreudigen Studierenden durfte ich mich aber schon betrachten. Fast genau ein Jahr lang war ich zu diesem Zeitpunkt Mitglied in einem kleinen Kirchenchor, den ich in diesem Blog bereits ein paar Mal erwähnt habe. Er wird immer mal wieder eine Rolle spielen, denn diese Art der gemeinsamen Freizeitgestaltung ist für mich eine durch und durch primale Angelegenheit.</p>
<p>Auf den ersten Blick scheint eine Chormitgliedschaft eine kraftraubende und nicht so sehr eine aufbauende Sache zu sein. Es gibt regelmäßige Proben, die Mitglieder verpflichten sich ein gutes Stück weit, an so manchem Morgen die Stimmbänder zittern zu lassen, während sie eigentlich viel lieber unter der Bettdecke blieben. Schlafen ist doch primal! Das betont <a title="Blog von Mark Sisson, Malibu, CA" href="http://www.marksdailyapple.com/">Primal Blueprint-Autor Mark Sisson</a> immer wieder. Wenn  dagegen Chorproben, wie bei uns in der Gemeinde Johann von Capistran, überwiegend im Sitzen (!) durchgeführt werden – was soll daran primal sein? Von Krapfenattacken und anderen süßen Überfällen zu diversen Anlässen einmal ganz zu schweigen…</p>
<p>Und trotzdem gehe ich einmal die Woche mit enormer Vorfreude die knapp 2 Kilometer lange Strecke bis zu dem Pfarrheim, in dem wir unsere Proben veranstalten. Einzelne Passagen pflege ich zu sprinten. Das ist dann ein vorweggenommener Ausgleich für das oben erwähnte Sitzen. Wir haben viele ältere Damen im Chor, die die rund zwei Stunden im Wortsinn nicht durchstehen können. Es bleibt aber jedem Register unbenommen, nach Belieben aufzustehen. Und der Bass-Register, in dem ich mitsinge, macht von diesem Recht sehr häufig Gebrauch. Mir tut der Alt manchmal leid, wenn sich hinter diesen Frauen plötzlich eine brüllende Wand erhebt <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Die Alt-Sängerinnen des oben abgebildeten Regensburger Uni-Chors hatten dieses Problem nicht. Hinter ihnen stand gerade einmal eine Hand voll Männer, die teilweise Tenor-, teilweise Bass-Stimmen hatten. Die auf dem Foto zu sehenden jungen Frauen waren Teil des gewaltigen Sopran-Registers, der den Campus mit Advent-Klassikern rockte.<br />
Ob die Leute mit Begeisterung sangen oder nicht, war schwer zu erkennen. Die Gesichter wirkten alle sehr konzentriert, es herrschte eiserne Disziplin. Das muss aber auch so sein. Als Laienchor-Mitglied weiß man: Die Freude spürt man innerlich, die Konzentration wirkt nach außen vielleicht wie Anspannung. Sie sorgt aber dafür, dass nur nach draußen dringt, was nach draußen gehört, nämlich die richtigen Töne. Die Wirkung ist eine innere und sie lässt sich nicht beschreiben, mensch muss sie erleben.</p>
<p>Gegen Ende seines 21-Tage-Kurses empfiehlt Mark Sisson seinen Lesern, einmal etwas Neues anzufangen. Er schlägt vor, eine neue Fremdsprache zu lernen oder ein Musikinstrument auszuprobieren. Ich möchte an dieser Stelle dazu anregen, sich einmal in der Nähe umzuschauen, ob nicht ein Laienchor in Hörweite ist. Dieses primale Training eignet sich auch für diejenigen, denen kohlenhydratarme Ernährung und häufige Kraftübungen suspekt sind. Nur Mut! Auch das ist eine primale Herausforderung. <img src='http://www.lautwert.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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