Genau das ist es für diese Goldbrasse sicher nicht. Heute Morgen stand für mich ein aerobes Lauftraining an, das ich gerne draußen absolviert hätte. Das Vergnügen wäre ein sehr nasses gewesen. Wie ein grauer Tag doch noch Farbe annehmen und in ein kulinarisches Ereignis münden kann, darum geht es diesmal.
Es gibt Vegetarier, die wirklich nichts von toten Tieren anrühren, aber wildlebende Carnivoren bewundern. Etwa den Pottwal, der mit verhältnismäßig wenig Atemluft über 1.000 Meter hinabtaucht, um dort mit schmackhaften Riesenkalmaren zu ringen. Meine heutige Tintenfischjagd ging gerade einmal über 600 Meter und verlief ohne Erfolg.
Ich weiß, es wird nicht so bald Frühling. In diesem Jahr warte ich so sehr auf das Winterende wie nie zuvor. Und dafür gibt es gleich mehrere gute Gründe.
…Und zwar heute zum zweiten Mal in dieser Woche.
Sie – das sind meine russisch-orthodoxen und graeco-katholischen Freunde. Am 27. Februar beginnt der Velíkij Post (Великий Пост), das große Fasten der Ostkirche.
Den Kindern hämmert die Fernsehwerbung ein, dass nur ein weit gereister weißbärtiger Schiffskapitän leckeren Fisch auf den Tisch bringen darf. Für die Erwachsenen hat der Alte tiefgefrorene Filets mit knuspriger Auflage im Schlepptau. Hier ist mein persönliches Rezept für Meuterer und Piraten.
Primal leben heißt nicht leben wie ein Hund. Zwar gehört Fleisch regelmäßig auf den Speiseplan. Aber neben reichlich Fisch legt Mark Sissons Low Carb-Urzeit-Mustermann bei seinen Mahlzeiten großen Wert auf das richtige Ambiente. Hätte sich der Steinzeitmensch Grok im Münchener Berufsalltag stilvoll eingerichtet?
Jeder Feinschmecker, der darunter leidet, kein Vegetarier zu sein, beruft sich auf den „Metzger seines Vertrauens“. Wer fragt nach der Vertrauenswürdigkeit von Köchen?